Baubiologie & Schadstoffanalytik

Sachverständigenbüro                              Dipl.-Biol. Dr. Karsten Stamer

Elektrosmog & Baubiologie

Was ist Elektrosmog?

"Als Elektrosmog bezeichnet man künstliche, also durch Menschen hervorgerufene, elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder (EMF)."    BUND e. V. (01/2014)

Dazu zählen:

  • Elektrische Wechselfelder (Niederfrequenz), z.B. Hochspannungs- und Stromleitungen
  • Magnetische Wechselfelder (Niederfrequenz), z.B. Bahnstrom, Hochspannung, Trafo-Haus
  • Elektrische Gleichfelder (Elektrostatik), z.B. Lacke, Synthetik, Möbel
  • Magnetische Gleichfelder (Magnetostatik), z.B. Metall in Betten, Matratzen und Gebäuden
  • Elektromagnetische Wellen (Hochfrequenz), z.B. WLAN, DECT, Radar
Elektrosmog, EMF, durch Hochspannungsleitungen
EMF (Elektrosmog) durch Hochspannungsleitungen

Gesundheitliche Auswirkungen

„Elektrosmog: Hinweise auf Gesundheitsgefahren mehren sich. Eine stetig wachsende Anzahl wissenschaftlicher Studien macht deutlich, dass die Belastung durch elektromagnetische Felder nicht ohne Folgen für die menschliche Gesundheit und die Gesundheit von Tieren und Pflanzen ist. […]“   BUND (01/2014)

Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC, WHO) stuft hochfrequente elektromagnetische Felder als potenziell krebserregend" (Gruppe 2B) ein.
aerzteblatt.de (06/2011) 

Auch die Europäische Umweltagentur (EEA) warnt […] eindringlich vor den Gefahren hochfrequenter Strahlung, […]
Quelle: Umweltinstitut München e.V. (www.umweltinstitut.org)

Unsere Zellen, Gewebe und Organe „verständigen“ sich nicht nur über körpereigene Stoffe, sondern auch über elektrische Signale. Daher können wir durch dauerhaft erhöhten Elektrosmog körperlich beeinträchtigt werden. Dies ist besonders dann möglich, wenn die Bioregulationskapazität erschöpft ist. Siehe auch nachfolgend unter "Molekularbiologische Wirkungsmodelle"

Symptome

Dauerhaft erhöhter Elektrosmog wird von Umweltmedizinern immer wieder in Zusammenhang gebracht mit Schlafstörungen, depressiven Verstimmungen, Kopfschmerzen, Unruhezuständen, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Herzrasen oder Tinnitus.    MEDIZIN 2015, BÄK 06A/B - Umweltmedizin

Personen, die von Elektrosmog im Wohnbereich beeinflusst waren, äußerten Ihre Beschwerden meist wie folgt: unruhiger, nicht erholsamer Schlaf, starkes nächtliches Schwitzen, innere Unruhe, häufiges / frühes Aufwachen, Herzrasen, Tinnitus, Hautkribbeln, Schwindel oder Erschöpfung. Siehe auch nachfolgend unter "EUROPAEM EMF-Leitlinie 2016"

Auch renommierte Fachmediziner empfehlen zur Vermeidung von Schlafstörungen, Elektrosmog am Schlafplatz zu vermeiden. W+G Nr. 159, 06/2016

Molekularbiologische Wirkungsmodelle

Polarisation ist ein wichtiger Faktor für das Verständnis molekularbiologischer Effekte von gepulsten hochfrequenten elektromagnetischen Wellen (EMF) niedriger Intensität. Ein daraus abgeleitetes Wirkungsmodell wurde 2015 von den Wissenschaftlern Dr. Panagopoulos, Prof. Johansson und Dr. Carlo publiziert: es erklärt, wie durch diese EMF Ionenkanäle in der Zellmembran aktiviert werden und somit weitere biologische Wirkungen, wie z.B. oxidativer Stress (ROS), erfolgen können. Es können sogar Schwellenwerte für die Öffnung der verschiedenen Na-, K-, Ca-Kanäle ermittelt werden. Dieses biophysikalische Modell wurde 03/2016 durch den Physiker Dr. Klaus Scheler in einer Sonderbeilage der umweltmedizinischen Fachzeitschrift Umwelt-Medizin-Gesellschaft (UMG) ausführlich beschrieben und erläutert.

Visible Light Communication, VLC

Das Pilotprojekt zur optischen Datenübertragungstechnik startete am 20. Mai 2015 auf der Insel Mainau. Entwickelt wurde diese Technik vom Fraunhofer Heinrich-Herz-Institut (HHI) in Berlin und soll mit sehr hohen Datenübertragungsraten als Alternative zu WLAN eingesetzt werden. Diese mobile Kommunikations-Technik soll zudem mit weniger Gesundheitsrisiken verbunden sein als die derzeit eingesetzte technische Hochfrequenz der Mikrowellen.

Lesen Sie mehr unter:

http://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/mobilfunk-ohne-elektromagnetische-strahlung/

https://www.diagnose-funk.org/publikationen/artikel/detail&newsid=535

Melatonin & Schlafstörungen

Das Hormon Melatonin wird in der Epiphyse aus Tryptophan synthetisiert und steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus: Insbesondere künstliches blaues Licht hemmt die Sekretion, während Dunkelheit zu einem Anstieg des Melatonin-Spiegels und zur Schlafinduktion führt. Folglich kann eine Verringerung des Melatonin-Spiegels durch Kunstlicht Schlafstörungen bewirken. In verschiedenen Studien konnte außerdem gezeigt werden, dass auch EMF die Melatonin-Produktion reduzieren können. R. J. Reiter, J. Cell. Biochem. (1993); C. Graham et al., EHP (2001); S. J. Konturek et al., J. Physiol. Pharmacol. (2007)

Siehe hierzu auch: J. Gertenbach, Wohnung + Gesundheit, 145 (2012) (Wohnung + Gesundheit)

professionelle EMF-Messgeräte für die Hausuntersuchung
EMF-Messungen nach DIN-VDE, TCO etc.

Was kann ich tun?

Heutzutage ist man an sehr vielen Orten zunehmend Elektrosmog ausgesetzt. Besonders bei Kindern und chronisch Kranken sollte man daher vorsorglich für ein Elektrosmog-armes Umfeld sorgen.

Auch die EMF-Leitlinie 2016 der EUROPAEM zur Prävention, Diagnostik und Therapie EMF-bedingter Beschwerden und Krankheiten empfiehlt eine Messung der EMF-Exposition durch „[…] speziell ausgebildete und sachkundige Messtechniker […] dabei sollen immer einschlägige Messvorschriften eingehalten werden, wie z.B. die VDB‐Richtlinien des Berufsverbandes Deutscher Baubiologen. […] Nachdem der Patient einen Messtechniker beauftragt hat und die Messungen durchgeführt wurden, sollten die Messergebnisse mit einem Arzt, der mit der EMF‐Problematik vertraut ist, besprochen werden.“

Zur Erholung ist der Schlafplatz besonders kritisch zu bewerten: Er sollte zur Regeneration des Körpers möglichst Elektrosmog-frei sein.  Wir bieten daher auch baubiologische Schlafbereichs-Untersuchungen an. »Leistungen

WICHTIG: Netzabkoppler sollten baubiologisch überprüft werden

Wenn erst einmal durch diese baubiologische Messung festgestellt wurde, wie hoch die Gesamt-Belastung ist und wodurch sie im Einzelnen verursacht wird, gibt es viele Möglichkeiten, die Belastung durch Elektrosmog zu reduzieren, z.B. durch Netzabkopplung, baubiologische Elektroinstallation, Abschirmung etc.

Information und Beratung zur baubiologischen Elektroinstallation erhalten Sie gern auf Anfrage.

Im Rahmen einer baubiologischen Elektroinstallation können z.B. Wohnbereiche durch abgeschirmte Stromkabel, zusätzlichen Funktionspotentialausgleich (FPA) sowie Netzabkopplung frei von niederfrequenten Wechselfeldern (Elektrosmog) gestaltet werden.

Nach der fachgerechten Sanierung ist die Erfolgskontrolle durch eine baubiologische Nachmessung sehr wichtig, da z.B. eine Netzabkopplung nur eines Raumes sogar kontraproduktiv sein kann, wenn Felder aus benachbarten Räumen eindringen.

Netzabkoppler für den Schlafbereich
Netzabkoppler für den Schlafbereich